Tests

Virtual-Reality-Brille ZEISS VR One im Test


Das Konzept des Smartphones als Virtual Reality Brille wurde schon von unzähligen Herstellern adaptiert.
So gibt es Produkte zum selbst zusammenbauen, wie Googles Cardboard oder bereits vorgefertigte Versionen wie das zuletzt getestete Durovis Drive.
Auch Samsungs Gear VR (2) lässt sich in diese Produktkategorie einordnen.
Neben Samsung betritt nun ein weiterer namenhafter Hersteller den Markt.
Die Objektivschmiede Carl Zeiss bietet mit dem VR One eine weitere Lösung zur Erschaffung virtueller Welten an.
Auch wenn man die Firma Zeiss eher für ihre Objektive kennt, so ist die Herstellung und Entwicklung von Virtual Reality Brillen gar nicht so abwegig.
Denn das wichtigste Element einer Virtual Reality Brille, die ohne eigene Elektronik auskommt sind die Linsen.
Und wenn ein Hersteller gute Linsen herstellen kann, dann Carl Zeiss.

Verpackung
In der Verpackung der Brille befindet sich dem Gerät, lediglich die übliche Kurzanleitung.
Der nötige Einschub zum Betreiben der Brille kommt in einer zweiten Verpackung.
Diese sind zurzeit für das Samsung Galaxy S5, das Samsung Galaxy S6 und das iPhone 6 erhältlich.
Wie wir bereits testen konnten, ist die Apps iPhone 6 Schale auch mit dem 6S kompatibel.
Einzig das Herausnehmen des Gerätes gestaltete sich etwas kompliziert, da die Schale am leicht dickeren 6S etwas strammer sitzt.
Eine Schale für das größere iPhone 6(S) Plus ist leider nicht erhältlich.
Die Verpackungen der beiden Komponenten sind sehr schlicht und elegant gehalten, was einem direkt einen hochwertigeren Eindruck vermittelt.

Immersion
Die Immersion ist vergleichbar mit der Konkurrenz von Duvoris oder Google.
Leider bieten die augenscheinlich hochwertigeren Linsen im Vergleich zum Google Cardboard keinen reellen Vorteil.
Der erhöhte Tragekomfort hingegen schon.
So sind auch längere „Kinosessions“ möglich.
Die zu erwartende Immersion hängt jedoch auch vom Träger ab.
Da sich die Linsenposition nicht verändern lässt, ist es für manche Personen schlicht unmöglich ein scharfes Bild zu bekommen.
Ein weiterer Faktor ist das eingesetzte Gerät.
Ein Samsung Galaxy S6 bietet durch das Display (2560*1440 Pixel) nicht nur ein größeres Sichtfeld, sondern auch ein deutlich schärferes Bild.
Das Problem mit dem Field of View hätte man mit verstellbaren Linsen teilweise beheben können.

Bedienung
Da in dem Gerät keine Elektronik verbaut ist, ist die Bedienung etwas fummelig.
So muss man das Gerät jedes mal aus der Halterung entfernen, um die App zu wechseln oder Dialoge, wie der Frage nach „Push-Benachrichtigungen“, manuell bestätigen.
Auch die In-App Navigation ist anstrengend, da das Betätigen eines Buttons nur mit längerem „drauf starren“ möglich ist.
Dies wird noch problematischer wenn der gewünschte Knopf sich hinter oder unter einem befindet.
Eine erneute Justierung der Blickrichtung ist meistens nur durch einen Neustart der App möglich.
So empfehle ich jedem, einen Drehstuhl zu benutzen, um Nackenschmerzen zu vermeiden.

Die Apps

Virtuelles Kino mit VR One Cinema

Virtuelles Kino mit VR One Cinema

Leider sind die meisten Apps mehr Tech-Demos als wirklich Spiele oder sinnvolle Anwendungen.
Einzig die VR One Cinema App (virtuelles Kino) wusste ansatzweise zu gefallen.
Wobei der Filmkonsum in diesem Format gänzlich seinen sozialen Charakter verliert.
Selbstverständlich kann man auch Drittanbieter Apps nutzen, jedoch ist das App Angebot auch dabei recht eintönig.
Dazu muss man sagen, dass man mit einem Android Gerät klar im Vorteil ist, da einfach viel mehr Applikationen verfügbar sind.
Leider sind die für Samsungs Galaxy Gear VR konzipierten Anwendungen nicht mit der ZEISS VR One kompatibel.
Das ist sehr schade, da hinter vielen Gear VR Apps, Oculus als sehr starker Entwickler steckt.